Textfeld: Ich bin und werde...Ich schwor mir selbst treu zu sein

Nicht abzuweichen ein Haar von meinem Weg

Nicht zu entlassen meine Ideale

Meine hochgestellten Gedanken

in das Niemandsland des kalten und dunklen Nichts

Wo nur Tot-Sein herrscht -

Die Disziplinlosigkeit, der zu sehr geordneten

Und von Reglementierungen zerstörter Gedanken

 

Ich schwor mir, die Leidenschaft in meinem Herzen

begehren zu lassen, was es erblickt

Das Begehren zu begehren und Dir mit solchem zu begegnen

Alles Lebendige in Dir erwecken zu wollen

Nie aufhörend, an das Unsichtbare zu glauben,

Es immer zu fühlen und dieses als unumstößlichen Beweis

Gegenüber aller Wissenschaftlichkeit den Ungläubigen entgegen zu halten

 

Leben, es nie vergessen, jeden daran erinnern,

mich selbst in herrlichem Sein im Geschaffenen und Schaffenden zu erleben in Verbindung mit allem Sein

Entdecker neuer Welten, Heiler unendlichen Leidens

Im Herzen meines ebenso göttlichen Gegenübers,

festhalten wollend an dem nicht enden wollenden Flusse,

Mit ihm fließen, seine Weichheit fühlen, seine Rauheit einatmen,

er selbst zu sein und dahin fließen, ohne meinen Standpunkt,

meine erkämpften Überzeugungen zu verlieren.

 

Ich schwor mir Treue gegenüber allen Leidenden,

allen, die hungrig sind und quälenden Durst erleiden,

die zerschunden sind am wertvollen Leibe

und noch wertvollerer Seele,

die blind im Herzen und taub im Geiste,

die selig sein sollen, weil sie keine Schuld auf sich laden können,

die ihr Kreuz tragen, um später andere daran zu heften,

um deren Kleider kurz vor dem Tode des Selbst

in der Vergessenheit des Seins gewürfelt wurde,

bevor der Himmel vor Schmerz sich teilt,

weil wieder eine Seele sich von ihm, vom Ganzen,

von Dir und mir getrennt hat.

 

In die kalte Hölle wollte ich, was eine heiße Sache geworden wäre,

wollte dem Teufel die Seelen entreißen, ihm entgegentreten

und mutig und vor herkulöser Kraft strotzend sagen:

>> Gib sie her, du Nimmersatt, du hast nicht verdient,

was du in deinen stinkenden und sündig besudelten Klauen hältst.

Gib sie her, du Niemandsein.<<

Und erschrak über das Treffen seelischer Empfindungen mit der Realität meiner Ängste,

denen ich abschwören wollte mit aller Macht,

gedachte Ihrer nicht oft und ersah sie nun größer,

als ich den Beelzebub selbst vermutete

Ich verging mich in Heldentaten meiner Träume,

in denen ich focht für alle, die es wert waren, mich als Helden zu feiern

 

Ich schwor noch so manches, was mir in den Sinn kam,

was wichtig erschien in meinen feurigen Augen

 

Doch – kam ich am Ende zum Anfang zurück,

begegnete einer mich entzückenden Sache

verlor mich nicht, sondern fand mich wieder,

in der Einfachheit dessen, was allgemein als Liebe zu nennen ist,

und verlor jeden mich begleitenden Schwur.

Denn es ist nichts, was ich habe, kein Besitz, kein gar nichts.

Es ist nur ein Sein das Meinige, dieses wunderbare Etwas,

es hat keine Fragen, bedarf keiner Antworten,

ist zufrieden in sich selbst und ruht in seiner Mitte,

aus der alles entspringt.

Es ist der Fluss und sein Bett, das ‚Es - ist’ und das ‚Es - werde’,

‚Er - sprach’ und ‚Er - schwieg’, alles was ist, ist darin verborgen

und kommt darin zum Vorschein,

der Engel und sein Gott, Schöpfer und Geschöpf,

mein Sein als Quelle meines Ichs, in dem ich bin und werde.

Darin bin ich und werde!

Darin bin ich in der nie versiegenden Quelle,

darin finde ich das Du, das Wir, alles, was Möglichkeit bietet,

Eins und Alles genannt zu werden und alles Entdeckbare sich findet.

Ich fand darin meine Schwüre erlöst, entzehrt,

und keine Gefangenschaft suchte meine Hände, meine Füße, mein Herz.

Jeder Schrei wird leise, ganz leise, wandelt sich

Und wird was er ist, eine eigentliche Melodie der zärtlichen Annäherung

Zu deinem Wesen hin, ein Ausdruck lustvollen Geschehens,

In der Präsenz einzigartigen Mutes, Leichtigkeit und Stärke.